
Eine kleine Tiroler Kräuterkunde. Kräuter, Pflanzen und Früchte aus unserem Garten, den Alpen und den Bergen. Aus altem Wissen und staubigen Büchern für euch aufbereitet.


SCHAFGARBE
NOM. LAT.
Achillea millefolium
FAM.
Asteraceae
GEBRAUCH
Tee, Tinktur, Essenz
BES. STOFFE
Ätherische Öle, Azulen, Eukalyptol, Gerbstoffe, alle Schüsslersalze
Eine Lieblingsspeise heimischer Schafe – und das hat gute Gründe.
Botanisch zeichnet sich die Pflanze durch besondere Inhaltsstoffe aus. Das aus ihr gewonnene kräftige ätherische Öl erhält durch den hohen Anteil an Chamazulen eine tiefblaue Farbe. In der Pflanzenkunde ist dieses Azulen als besonders milder Stoff bekannt, der dem Öl seinen krautigen Duft verleiht.
Weidetieren hilft Schafgarbe bei Problemen von Magen und Darm, sowie bei Störungen der Galle und kann von daher garnicht genug auf Weiden wachsen. Katzen dürfen trotz ätherischen Ölen bis zu 0,5 g täglich bekommen.
HIRTENTÄSCHEL
NOM. LAT.
Capsella bursa-pastoris
FAM.
Brassicaceae
GEBRAUCH
Tee, Tinktur, Nahrung
BES. STOFFE
Biogene Amine, unter anderem Cholin, Acetylcholin, Histamin
In Schlesien nannte man es auch Blutkraut. Es soll bei blutenden Hautverletzungen und Nasenbluten geholfen haben.
Diese Pflanze fällt vor allem durch ihre charakteristischen Früchte auf: kleine, herzförmige Schötchen, die in ihrer Form tatsächlich an die Tasche eines Schäfers erinnern. Wer genau hinsieht, wird also ihren volkstümlichen Namen sofort verstehen. Die Basen, Cholin und Tyramin, sind abhängig vom Vorhandenseines eines Pilzes auf der
Pflanze. Es ist angeblich ratsam Hirtentäschel im Frühjahr und im Sommer von verschiedenen
Standorten zu sammeln.
In erster Linie wird Hirtentäschel bei Tieren äußerlich angewendet.
Innerlich sicherheitshalber nicht bei trächtigen Tieren anwenden.
SALBEI
NOM. LAT.
Salvia officinalis
FAM.
Lamiaceae
GEBRAUCH
Tee, Tinktur, Essenz, Zahnpasta, Wein, Nahrung
BES. STOFFE
Komplexes ätherisches Öl, Gerb- und Bitterstoffe
Die keltischen Druiden glaubten, Salbei könne Tote zum Leben erwecken.
Kein Wunder: Das Kraftpaket Salbei vereinigt durch seine Inhaltsstoffe die Eigenschaften von Eukalyptus, Kampfer, Rosmarin, Teebaumöl, Thuja und Wermut! Verarbeitet werden die silbrig-filzigen Blätter – frisch, getrocknet, als Tee oder Tinktur.Â
Auch in der Volkstierheilkunde war Salbei bekannt: Tee aus den Blättern diente zum Auswaschen von Wunden oder bei Magenverstimmungen.
JOHANNISKRAUT
NOM. LAT.
Hypericum perforatum
FAM.
Hypericaceae
GEBRAUCH
Tee, Tinktur, Öl, Likör, Balsam
BES. STOFFE
Hypericin, Hyperforin
Der Teufel soll so wütend über diese Pflanze gewesen sein, dass er sie mit Nadeln durchbohrte.
Die kleinen schwarzen Punkte auf den Blättern – in Wirklichkeit Öldrüsen – zeugen laut Sage noch heute davon. Wer die Blüten zwischen den Fingern zerreibt, sieht es sofort: Ein tiefroter Farbstoff färbt die Haut – das ist Hypericin, der bekannteste Inhaltsstoff der Pflanze. In der Fachliteratur wird Johanniskraut heute häufig für seine ausgleichende, strukturgebende Natur geschätzt und als charakteristisches Kraut für die dunkle Jahreszeit beschrieben
In der Volkstierheilkunde war Johanniskraut ebenfalls geschätzt – sowohl innerlich als auch äußerlich zum Einreiben. Wichtig dabei: Die Pflanze kann bei Mensch und Tier die Lichtempfindlichkeit erhöhen.
BEINWELL
NOM. LAT.
Symphytum officinale
FAM.
Boraginaceae
GEBRAUCH
Tinktur, Umschläge, Presssaft, Salbe
BES. STOFFE
Allantoin, Kieselsäure, Rosmarinsäure
Sein lateinischer Name Symphytum bedeutet wörtlich „zusammenfügend“.Â
In der Volksweisheit heißt es treffend: „Die Walwurz ist inwendig klebrig und schlüpfrig, sie leimt und heftet alles zusammen.“ So glaubte man, dass Beinwell sämtliche Gebeine wieder zusammenfügen kann. In alten Aufzeichnungen als unverzichtbares Kraut der historischen Botanik beschrieben, dessen Zubereitung für traditionelle Kräuterumschläge seit Jahrhunderten tief in der Volkskunde verankert ist.
Bei Pferden und Nutztieren wird Beinwellbrei traditionell für Umschläge bei Wunden oder Rheuma genutzt. Wegen der enthaltenen Alkaloide wird heute meist nur noch die rein äußerliche Anwendung empfohlen.
ZITRONEN-MELISSE
NOM. LAT.
Melissa officinalis
FAM.
Lamiaceae
GEBRAUCH
Tee, Tinktur, Essenz, Sirup, Melissengeist
BES. STOFFE
Citral, Citronellal, Rosmarinsäure, Flavonoide
Im Mittelalter musste dieses Kraut per Verordnung in jedem Klostergarten angebaut werden.
Da ihre Blätter oft unter 0,1 % ätherisches Öl enthalten, braucht es riesige Pflanzenmengen für wenige Tropfen. In der Fachliteratur wird dieses extrem kostbare Öl abgesehen von seiner Wirkung daher ganz besonders für seine sanfte Duftnote gerühmt.Â
In der Tierheilkunde wird die Melisse aufgrund ihrer krampfstillenden und beruhigenden Eigenschaften geschätzt. Sie findet traditionell Anwendung zur Unterstützung bei nervöser Unruhe oder Verdauungsbeschwerden.
BIRKE
NOM. LAT.
Betula pendula
FAM.
Betulaceae
GEBRAUCH
Tee, Saft, Tinktur, Haarkur
BES. STOFFE
Flavonoide, Betulin, Saponine, Vitamin C
Die Birke wird als magischer Baum und Weltenbaum in etlichen Kulturen verehrt. Das hat Gründe.Â
Nahezu jeder Teil dieses Baumes ist wertvoll. Ein botanisches Wunder ist ihre Rinde: Dank spezieller Harze ist sie extrem wasserabweisend und so geschmeidig, dass man in Lappland früher fast lederartige Gefäße daraus fertigte. Ihre Blätter eignen sich dank der enthaltenen Saponine für die Wäsche. Ihr Saft ist wohlschmeckend und erhält den Zuckerersatzstoff Xylitol. Es gibt kaum eine historische medizinische Disziplin, in der die Birke keine Anwendung fand.Â
Birkenteer und ein Absud aus Birkenrinde wurde früher vielfach zur Pflege von Hautverletzungen und Pilzerkrankungen bei Haus- und Nutztieren verwendet. Die Blätter finden Anwendung zur Unterstützung des Stoffwechsels und bei rheumatischen Beschwerden bei Pferden.
GARTEN-ALANT
NOM. LAT.
Inula helenium
FAM.
Asteraceae
GEBRAUCH
Tee, Tinktur, Alantwein, Räucherung
BES. STOFFE
Inulin, Bitterstoffe, ätherisches Öl
Die WächterpflanzeÂ
In der alten Gartenbaukunst galt der tief verwurzelte Alant als mächtige „Wächterpflanze“, die das Wachstum giftiger Nachbarn (wie der Tollkirsche) unterdrücken sollte. Ebenso gefragt war sie historisch als Schutzpflanze zum Umhängen oder Einstecken. In der historischen Küche schnitt man die markant herb-bittere Wurzel klein und legte sie mit Blüten und Nelken in Honig ein, um einen kräftigen, aromatischen Saft für die kalte Jahreszeit zu kreieren.
Die gelegentliche Verabreichung von Alanttee soll Pferde und Kühe traditionell widerstandsfähiger machen. Das Pulver der getrockneten Wurzel wird zudem gerne zur starken Appetitanregung unter das Futter gemischt.

Eine kleine Tiroler Kräuterkunde. Kräuter, Pflanzen und Früchte aus unserem Garten, den Alpen und den Bergen. Aus altem Wissen und staubigen Büchern für euch aufbereitet.


SCHAFGARBE
NOM. LAT.
Achillea millefolium
FAM.
Asteraceae
GEBRAUCH
Tee, Tinktur, Essenz
BES. STOFFE
Ätherische Öle, Azulen, Eukalyptol, Gerbstoffe, alle Schüsslersalze
Eine Lieblingsspeise heimischer Schafe – und das hat gute Gründe.
Botanisch zeichnet sich die Pflanze durch besondere Inhaltsstoffe aus. Das aus ihr gewonnene kräftige ätherische Öl erhält durch den hohen Anteil an Chamazulen eine tiefblaue Farbe. In der Pflanzenkunde ist dieses Azulen als besonders milder Stoff bekannt, der dem Öl seinen krautigen Duft verleiht.
Weidetieren hilft Schafgarbe bei Problemen von Magen und Darm, sowie bei Störungen der Galle und kann von daher garnicht genug auf Weiden wachsen. Katzen dürfen trotz ätherischen Ölen bis zu 0,5 g täglich zu sich nehmen.
HIRTENTÄSCHEL
NOM. LAT.
Capsella bursa-pastoris
FAM.
Brassicaceae
GEBRAUCH
Tee, Tinktur, Nahrung
BES. STOFFE
Biogene Amine, unter anderem Cholin, Acetylcholin, Histamin
In Schlesien nannte man es auch Blutkraut. Es soll bei blutenden Hautverletzungen und Nasenbluten geholfen haben.
Diese Pflanze fällt vor allem durch ihre charakteristischen Früchte auf: kleine, herzförmige Schötchen, die in ihrer Form tatsächlich an die Tasche eines Schäfers erinnern. Wer genau hinsieht, wird also ihren volkstümlichen Namen sofort verstehen. Die Basen, Cholin und Tyramin, sind abhängig vom Vorhandenseines eines Pilzes auf der Pflanze. Es ist angeblich ratsam Hirtentäschel im Frühjahr und im Sommer von verschiedenen Standorten zu sammeln.
In erster Linie wird Hirtentäschel bei Tieren äußerlich angewendet.
Bei trächtigen Tieren sollte diese Pflanze bei trächtigen Tieren nicht angewendet werden.
JOHANNISKRAUT
NOM. LAT.
Hypericum perforatum
FAM.
Hypericaceae
GEBRAUCH
Tee, Tinktur, Öl, Likör, Balsam
BES. STOFFE
Hypericin, Hyperforin
Der Teufel soll so wütend über diese Pflanze gewesen sein, dass er sie mit Nadeln durchbohrte.
Die kleinen schwarzen Punkte auf den Blättern – in Wirklichkeit Öldrüsen – zeugen laut Sage noch heute davon. Wer die Blüten zwischen den Fingern zerreibt, sieht es sofort: Ein tiefroter Farbstoff färbt die Haut – das ist Hypericin, der bekannteste Inhaltsstoff der Pflanze. In der Fachliteratur wird Johanniskraut heute häufig für seine ausgleichende, strukturgebende Natur geschätzt und als charakteristisches Kraut für die dunkle Jahreszeit beschrieben
In der Volkstierheilkunde war Johanniskraut ebenfalls geschätzt – sowohl innerlich als auch äußerlich zum Einreiben. Wichtig dabei: Die Pflanze kann bei Mensch und Tier die Lichtempfindlichkeit erhöhen.
BEINWELL
NOM. LAT.
Symphytum officinale
FAM.
Boraginaceae
GEBRAUCH
Tinktur, Umschläge, Presssaft, Salbe
BES. STOFFE
Allantoin, Kieselsäure, Rosmarinsäure
Sein lateinischer Name Symphytum bedeutet wörtlich „zusammenfügend“.Â
In der Volksweisheit heißt es treffend: „Die Walwurz ist inwendig klebrig und schlüpfrig, sie leimt und heftet alles zusammen.“ So glaubte man, dass Beinwell sämtliche Gebeine wieder zusammenfügen kann. In alten Aufzeichnungen als unverzichtbares Kraut der historischen Botanik beschrieben, dessen Zubereitung für traditionelle Kräuterumschläge seit Jahrhunderten tief in der Volkskunde verankert ist.
Bei Pferden und Nutztieren wird Beinwellbrei traditionell für Umschläge bei Wunden oder Rheuma genutzt. Wegen der enthaltenen Alkaloide wird heute meist nur noch die rein äußerliche Anwendung empfohlen.
ZITRONEN-MELISSE
NOM. LAT.
Melissa officinalis
FAM.
Lamiaceae
GEBRAUCH
Tee, Tinktur, Essenz, Sirup, Melissengeist
BES. STOFFE
Citral, Citronellal, Rosmarinsäure, Flavonoide
Im Mittelalter musste dieses Kraut per Verordnung in jedem Klostergarten angebaut werden.
Da ihre Blätter oft unter 0,1 % ätherisches Öl enthalten, braucht es riesige Pflanzenmengen für wenige Tropfen. In der Fachliteratur wird dieses extrem kostbare Öl abgesehen von seiner Wirkung daher ganz besonders für seine sanfte Duftnote gerühmt.Â
In der Tierheilkunde wird die Melisse aufgrund ihrer krampfstillenden und beruhigenden Eigenschaften geschätzt. Sie findet traditionell Anwendung zur Unterstützung bei nervöser Unruhe oder Verdauungsbeschwerden.
BIRKE
NOM. LAT.
Betula pendula
FAM.
Betulaceae
GEBRAUCH
Tee, Saft, Tinktur, Haarkur
BES. STOFFE
Flavonoide, Betulin, Saponine, Vitamin C
Die Birke wird als magischer Baum und Weltenbaum in etlichen Kulturen verehrt. Das hat Gründe.Â
Nahezu jeder Teil dieses Baumes ist wertvoll. Ein botanisches Wunder ist ihre Rinde: Dank spezieller Harze ist sie extrem wasserabweisend und so geschmeidig, dass man in Lappland früher fast lederartige Gefäße daraus fertigte. Ihre Blätter eignen sich dank der enthaltenen Saponine für die Wäsche. Ihr Saft ist wohlschmeckend und erhält den Zuckerersatzstoff Xylitol. Es gibt kaum eine historische medizinische Disziplin, in der die Birke keine Anwendung fand.Â
Birkenteer und ein Absud aus Birkenrinde wurde früher vielfach zur Pflege von Hautverletzungen und Pilzerkrankungen bei Haus- und Nutztieren verwendet. Die Blätter finden Anwendung zur Unterstützung des Stoffwechsels und bei rheumatischen Beschwerden bei Pferden.
GARTEN-ALANT
NOM. LAT.
Inula helenium
FAM.
Asteraceae
GEBRAUCH
Tee, Tinktur, Alantwein, Räucherung
BES. STOFFE
Inulin, Bitterstoffe, ätherisches Öl
Die WächterpflanzeÂ
In der alten Gartenbaukunst galt der tief verwurzelte Alant als mächtige „Wächterpflanze“, die das Wachstum giftiger Nachbarn (wie der Tollkirsche) unterdrücken sollte. Ebenso gefragt war sie historisch als Schutzpflanze zum Umhängen oder Einstecken. In der historischen Küche schnitt man die markant herb-bittere Wurzel klein und legte sie mit Blüten und Nelken in Honig ein, um einen kräftigen, aromatischen Saft für die kalte Jahreszeit zu kreieren.
Die gelegentliche Verabreichung von Alanttee soll Pferde und Kühe traditionell widerstandsfähiger machen. Das Pulver der getrockneten Wurzel wird zudem gerne zur starken Appetitanregung unter das Futter gemischt.
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